Auszug
Hier 12 der 23 Fragen — eine Auswahl aus allen fünf Blöcken. Im PDF findest du zu jeder Frage zusätzlich: Beispiel-Antworten (gut/schlecht), typische Folgefragen und welche Konsequenzen die Antwort für das Setup hat.
🎯 Block A · Ziel & Kontext
Frage 01
Wenn der Agent in 6 Monaten perfekt funktioniert — was hat sich konkret verändert?
Diese Frage ersetzt das übliche „Was willst du erreichen?" — sie zwingt zu konkreten Bildern statt zu abstrakten Zielen. Antworten wie „mehr Effizienz" sind Warnsignale. Antworten wie „Ich verbringe statt 3 Stunden nur noch 20 Minuten täglich in E-Mail" sind Gold — das sind 13 Stunden zurück pro Woche.
Frage 02
Was ist die eine Metrik die zeigen würde dass das Setup funktioniert?
Wer nicht eine einzige Metrik nennen kann, sondern fünf nennt, hat das Vorhaben noch nicht durchdacht. Wir bestehen auf einer Hauptmetrik plus maximal zwei Begleitmetriken. Mehr ist Ablenkung, weniger ist Vermeidung.
Frage 03
Was ist dein aktueller Engpass — Zeit, Leads oder Kapazität?
Diese drei sind die einzigen relevanten Engpässe in 95% aller KMU. Welcher zutrifft, bestimmt direkt den ersten Agent. Zeit-Engpass → Inbox/Research. Leads-Engpass → Outreach. Kapazitäts-Engpass → Recruiting. Wer alle drei nennt, hat keinen.
⚙️ Block B · Prozess heute
Frage 06
Welche Schritte macht eine Person, die diesen Prozess heute ausführt — Schritt für Schritt?
Wer den Prozess nicht in 7–12 nummerierten Schritten beschreiben kann, hat keinen Prozess — sondern ein situatives Vorgehen. Das ist nicht automatisierbar. Diese Frage ist der erste Reality-Check vor jedem Setup.
Frage 07
Wie oft kommt der Prozess vor, und welche Variationen gibt es?
Häufigkeit × Standardisierungsgrad = ROI-Potenzial. 100x pro Woche mit 80% gleichen Schritten? Top-Kandidat. 5x pro Woche mit jedem Mal anders? Schlechter Kandidat — selbst wenn es schmerzt. Variationen sind die größte versteckte Komplexität.
Frage 08
Wann läuft der Prozess heute schief — und wer bemerkt es?
Eskalations-Logik kommt aus dieser Frage. Wer die Fehlersituationen nicht beschreiben kann, weiß nicht was er automatisiert. Bonus: Antwort verrät auch ob die Person den Prozess wirklich kennt — oder nur Theorie nennt.
💾 Block C · Daten & Systeme
Frage 11
Wo liegen die Daten die der Agent verarbeiten soll — System, Format, Zugriff?
Excel auf einem Laufwerk? Cloud-CRM mit API? Notion-Datenbank? Jede Antwort hat andere Konsequenzen für Setup-Aufwand und laufende Kosten. „In Köpfen meiner Mitarbeiter" ist eine reale Antwort die wir hören — und ein Stop-Signal.
Frage 12
Welche Tools nutzt du heute aktiv im relevanten Workflow?
Bestehender Tool-Stack bestimmt Integrations-Pfade. Wer Slack, Hubspot und Notion nutzt, kann via API integrieren. Wer alles über Outlook und Excel-Anhänge macht, hat einen anderen Pfad. Beides funktioniert — aber unterschiedlich aufwändig.
⚖️ Block D · Risiko & Compliance
Frage 16
Was passiert wenn der Agent eine falsche Entscheidung trifft?
„Niemand merkt's" → kein Eskalations-Aufwand nötig. „Kunde verärgert" → Eskalations-Logik wichtig. „Rechtliche Konsequenzen" → menschlicher Review verpflichtend. Diese Frage entscheidet, wie autonom der Agent arbeiten darf.
Frage 17
Verarbeitet der Agent personenbezogene Daten — wenn ja, welche Kategorie?
DSGVO-Relevanz wird hier festgelegt. „Standard-Kontaktdaten" ist eine Welt. „Gesundheitsdaten" oder „Daten von Kindern" eine ganz andere. Wer hier ungenau antwortet, riskiert in der Implementierung böse Überraschungen. Lieber 30 Minuten klären als 30 Tage zurück.
👥 Block E · Team & Ownership
Frage 20
Wer ist die Person, die täglich für diesen Agent verantwortlich ist?
Wenn die Antwort „Wir alle" oder „Müssen wir noch klären" lautet, stoppen wir das Vorhaben. 91% der erfolgreichen Setups haben einen klar benannten Owner. Wer keinen hat, scheitert in den ersten 60 Tagen — wir haben das oft genug gesehen.
Frage 21
Wie viel Zeit kann diese Person in den ersten 30 Tagen real investieren?
Realistisch: 4–8 Stunden pro Woche im Setup, 1–2 Stunden danach. Wer „1 Stunde pro Woche" sagt, unterschätzt den Aufwand. Wer „kann ich nicht versprechen" sagt, verrät dass Owner und tatsächliche Verantwortliche nicht identisch sind. Beides Warnsignale.
Frage 23
Wer im Team ist gegen das Vorhaben — und warum?
Diese Frage überrascht — und ist die wichtigste Frage im Block. Wer keine Gegner identifizieren kann, hat das Vorhaben nicht offen kommuniziert. Setups die heimlich laufen, scheitern an internem Widerstand. Frühzeitig Bedenken aufnehmen ist Pflicht — nicht Kür.
Wie du diesen Fragebogen nutzt
Geh ihn alleine durch — bevor du mit jemandem sprichst. Schreib deine Antworten in Stichpunkten. Wo du Schwierigkeiten hast, einen Satz zu formulieren — dort ist Klärungsbedarf. Diese Klärungslücken sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Fragebogen. Erst nachdem du alle 23 Fragen für dich beantwortet hast, gehst du damit ins Team-Gespräch oder zum externen Berater.