Was die Microsoft-Research-Studie konkret sagt

Kern-Antwort: Microsoft Research hat 200.000 Bing-Copilot-Gespräche analysiert und daraus einen KI-Anwendbarkeits-Score für 785 Berufe berechnet — Dolmetscher und Historiker führen die Liste an.

Im Juli 2025 veröffentlichte ein Team um Kiran Tomlinson von Microsoft Research die Studie „Working with AI: Measuring the Applicability of Generative AI to Occupations" auf arXiv. Die aktuelle Version vom Dezember 2025 ist eine der gründlichsten Untersuchungen, wie KI tatsächlich im Arbeitsalltag eingesetzt wird.

Die Methodik: 200.000 anonymisierte Gespräche mit Microsoft Bing Copilot, ausgewertet nach drei Kriterien — wie oft wird KI für einen Beruf genutzt, wie erfolgreich, und welcher Anteil der Arbeitsaktivität wird dadurch abgedeckt. Das Ergebnis ist ein Score für 785 Berufe, die zusammen etwa 150 Millionen US-Beschäftigte repräsentieren.

Eine wichtige Klarstellung: Viele deutschsprachige Medien zitieren die Studie als „Microsoft + OpenAI". Das ist faktisch falsch. Microsoft Bing Copilot läuft zwar auf OpenAI-Modellen, aber OpenAI ist kein Co-Autor der Studie. Alle sechs Autoren arbeiten bei Microsoft Research. Wenn Sie die Studie zitieren, nennen Sie sie korrekt: Microsoft-Research-Studie.

Die Studie sagt nicht „diese Berufe verschwinden". Sie sagt: „Für diese Berufe ist KI besonders anwendbar." Das ist ein fundamentaler Unterschied — und der beginnt beim nächsten Blick auf die Liste.

Welche 12 Berufe stehen auf der Liste — und warum gerade die?

Kern-Antwort: Die Top-12-DACH-Liste enthält vor allem Berufe mit digitalisierbarem Output und hohem Sprach- oder Textanteil — Dolmetscher, Finanzberater, Journalisten, Datenwissenschaftler.

Die Microsoft-Studie selbst listet 785 Berufe. Fortune hat im Juli 2025 die Top 40 veröffentlicht, DACH-Medien haben daraus die 12 für Deutschland, Österreich und die Schweiz relevanten Berufe destilliert. Berufe wie „Bridge Tender" oder „Dredge Operator" aus der US-Liste fallen raus, weil sie im deutschen Arbeitsmarkt kaum vorkommen.

Hier die 12 DACH-relevanten Berufe nach KI-Anwendbarkeits-Score (Quelle: marktundmittelstand.de, skill-sprinters.de, the-decoder.de):

  1. Dolmetscher und Übersetzer (Score 0,49)
  2. Historiker (Score 0,48)
  3. Reiseberater
  4. Börsenhändler
  5. Journalisten
  6. Statistiker
  7. Sprachlehrer
  8. Datenwissenschaftler
  9. Finanzberater
  10. Datenbankentwickler
  11. Unternehmensberater
  12. Marktforscher

Das Muster ist klar: Alle diese Berufe produzieren digitalen Output — Texte, Daten, Analysen, Übersetzungen, Empfehlungen. Und alle haben einen hohen Anteil an Sprach- oder Textverarbeitung. Prof. Peter Buxmann von der TU Darmstadt bringt es auf den Punkt: „Alle Jobs, deren Output digitalisierbar ist, sind gefährdet."

Am anderen Ende der Skala stehen körpernahe, physische Berufe. Die Microsoft-Studie listet als am wenigsten KI-anwendbar: Dachdecker, Klempner, Kranführer, Gießer, Holzfäller. Die DACH-Übersetzung: Handwerker, Pflegekräfte, Bauarbeiter, Feuerwehr. Das sind Berufe, bei denen der Output nicht digitalisierbar ist — ein repariertes Dach, eine gestrichene Wand, eine gepflegte Person.

Aber Vorsicht: Das heißt nicht, dass Robotik nicht reinkommt. Dazu später mehr.

Warum die Studie nicht heißt, dass Berufe verschwinden

Kern-Antwort: KI-Anwendbarkeit bedeutet nicht Jobverlust — die ILO sieht 5,5 % der Beschäftigung vollautomatisierungsgefährdet, aber 13,4 % augmentiert, und das Kiel-Institut findet keinen Beschäftigungsrückgang.

Die Microsoft-Studie misst Anwendbarkeit, nicht Ersatz. Das ist der Knackpunkt, den die meisten Schlagzeilen übersehen.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat 2023 ein Working Paper veröffentlicht, das genau diese Unterscheidung macht. In Hochlohn-Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz gehören dazu) sind 5,5 % der Beschäftigung potenziell vollautomatisierungsexponiert — und 13,4 % augmentationsexponiert. Augmentation heißt: KI verstärkt den Menschen, ersetzt ihn nicht.

Konkret: Eine Buchhalterin, die eine KI nutzt, um Belege zu kategorisieren, wird nicht entlassen. Sie führt stattdessen mehr Mandantengespräche, weil sie Zeit für die Routinen spart. Ein Finanzberater, der eine KI nutzt, um Produkt-Exposés zu schreiben, verliert nicht seinen Job — er berät mehr Kunden, weil er weniger Zeit für Verwaltung braucht.

Das Kiel-Institut für Weltwirtschaft hat das im Januar 2026 empirisch bestätigt. In einem Policy Brief mit Daten aus Dänemark, Portugal und Schweden von 2010 bis 2023 schreiben die Autoren: „Overall progress in AI over the last decade has had little to no impact on overall employment levels."

Gesamtbeschäftigung: stabil. Aber: Tätigkeitsprofile verschieben sich. Routinen schrumpfen, Nachfrage nach Höherqualifizierten steigt. Das ist kein Jobverlust — das ist eine Transformation.

Auch McKinsey Global Institute kommt 2017 in „Jobs Lost, Jobs Gained" zu einem ähnlichen Schluss: 3 bis 14 % der globalen Beschäftigung müssen bis 2030 die Berufsgruppe wechseln. Nicht arbeitslos werden — die Berufsgruppe wechseln. Sachbearbeiter wird Kunden-Success-Manager. Buchhalter wird Finanz-Analyst.

Das ist keine Beruhigung — Transformation ist anstrengend. Aber es ist auch keine Apokalypse.

Was das für KMU-Eigentümer im Mittelstand wirklich bedeutet

Kern-Antwort: Routinen verschwinden in Buchhaltung, Verwaltung und Vermittler-Backoffice — der Mensch wird dadurch wertvoller, nicht überflüssig, wenn die Architektur stimmt.

Nehmen wir drei konkrete Beispiele aus dem Mittelstand:

Buchhaltung

Etwa 80 % der Tätigkeiten einer Buchhalterin sind digitalisierbar — Belege scannen, kategorisieren, Kontieren, DATEV-Eingabe. Eine KI kann das übernehmen. Was bleibt: Mandantengespräche, Rückfragen bei unklaren Belegen, Beratung zu steueroptimalen Strukturen. Das sind die Tätigkeiten, die den Kunden wirklich binden.

Finanzberatung

In Deutschland sind aktuell 178.791 §34d-Vermittler registriert (Stand Januar 2026, DIHK). Eine aktuelle Studie der Arbeitsgemeinschaft für Finanzberatung (AfW) zeigt: 35 % der unabhängigen Finanzberater nutzen KI bereits — das ist eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr (16 %). Was machen sie damit? Produktvergleiche automatisieren, Exposés schreiben, Folgetermine vorbereiten. Was bleibt beim Menschen: das Beratungsgespräch. Die Empathie, das Vertrauen, die Erklärung, warum diese Altersvorsorge zu dieser Lebenssituation passt.

Verwaltung

Behörden, Industrieverwaltungen, Versicherungs-Sachbearbeitung. Alle Tätigkeiten, bei denen „Output digitalisierbar" zutrifft. KI kann Anträge prüfen, Daten abgleichen, Standard-Schreiben verfassen. Was sie nicht kann: komplexe Einzelfälle entscheiden, wo menschliches Urteilsvermögen gefragt ist.

Das Muster: Routinen verschwinden, Beratung bleibt. Aber nur, wenn Sie die Architektur richtig bauen. Wenn Sie KI einsetzen, um Routinen zu eliminieren, und den Menschen umschulen, mehr beratend tätig zu sein — dann wird der Mensch wertvoller. Wenn Sie KI einsetzen, um Kosten zu sparen, und den Menschen nicht umschulen — dann haben Sie ein Problem.

Wir haben das mit einem Handwerksbetrieb durchgerechnet. Ein KMU mit fünf Mitarbeitern, das Notrufe und Terminanfragen automatisiert, spart etwa 15 Stunden pro Woche. Die Frage ist: Was machen die Mitarbeiter in den 15 Stunden? Mehr Aufträge? Mehr Kundengespräche? Mehr Qualität? Das entscheidet, ob KI den Betrieb stärkt oder schwächt.

Mehr dazu in unserem KI-Architektur-Ansatz für den Mittelstand.

Finanzberater auf der Liste — wie sieht der Komplement-Weg aus?

Kern-Antwort: Finanzberater sind in der Top-12 — aber genau deshalb gibt es eine Chance: Wer Routinen automatisiert und Beratungsqualität steigert, gewinnt den Markt.

Finanzberater sind explizit in der Microsoft-Top-12-Liste. Das ist kein Zufall — ein Großteil der Tätigkeit ist digitalisierbar: Produktvergleiche, Risikoprofile berechnen, Exposés schreiben, Nachfass-Mails verschicken.

Aber hier ist die Komplement-Perspektive: 178.791 §34d-Vermittler in Deutschland, durchschnittlich 2.300 Kunden pro Vermittler (BVK Strukturdaten 2025). Eine Deloitte-Studie zeigt: 65 % der Vermittler haben kein strukturiertes Nachfass-System. Das heißt: 65 % verlieren Kunden, weil sie die Routinen nicht im Griff haben — nicht, weil sie schlechte Berater sind.

Genau da setzt KI an. Nicht als Ersatz für den Berater, sondern als Qualifizierer. KI übernimmt die Routinen — Termine vorschlagen, Kunden an Vertragsfristen erinnern, Standard-Fragen vorab klären. Der Berater konzentriert sich auf das, was den Kunden bindet: die Beratung.

Wir formulieren das intern so: „Wir qualifizieren. Sie beraten."

Das ist kein Marketing-Spruch. Das ist die Architektur. Unser Ansatz für Finanzdienstleister sieht so aus:

  1. Qualifikations-KI filtert Anfragen vor — welche Kunden haben echten Beratungsbedarf, welche nur eine Standardfrage?
  2. Nachfass-Automatisierung stellt sicher, dass kein Kunde verloren geht, weil der Vermittler vergessen hat, rechtzeitig nachzufassen.
  3. Dokument-Automatisierung erstellt Exposés, Vergleichstabellen, Folgetermin-Zusammenfassungen.

Ergebnis: Der Vermittler führt mehr qualifizierte Gespräche, weil er weniger Zeit für Routinen braucht. Die Beratungsqualität steigt, die Kundenbindung steigt, der Umsatz steigt.

Mehr dazu auf unserer Pillar-Page Finanzdienstleister.

Handwerker nicht auf der Liste — aber wo Robotik tatsächlich reinkommt

Kern-Antwort: Handwerker stehen nicht auf der Microsoft-Liste, weil ihr Output nicht digitalisierbar ist — aber Robotik kommt in der Fertigung, nicht im Service-Handwerk.

Handwerker, Pflegekräfte, Dachdecker — sie alle stehen am unteren Ende der Microsoft-KI-Anwendbarkeitsskala. Der Grund: Ihr Output ist nicht digitalisierbar. Ein repariertes Dach, eine gestrichene Wand, eine gepflegte Person — das kann eine KI nicht liefern.

Aber das heißt nicht, dass Robotik nicht reinkommt. Boston Dynamics, Figure AI und andere haben 2025 und 2026 mehrere Pilotprojekte mit humanoiden Robotern in der industriellen Fertigung gestartet. In der Autoindustrie, in der Logistik, in der Großserienfertigung — da passiert gerade viel.

Im Service-Handwerk sieht es anders aus. Ein Handwerker, der zu einem Notruf fährt, vor Ort diagnostiziert, das richtige Werkzeug auswählt und improvisiert, wenn etwas nicht passt — das ist eine Komplexität, die Robotik auf absehbare Zeit nicht abdeckt.

Wo KI im Handwerk heute schon anwendbar ist: Notruf-Triage, Terminkoordination, Material-Nachbestellung, Rechnungsstellung. Alles, was vor und nach dem eigentlichen Handwerk passiert.

Wir haben das mit einem Handwerksbetrieb (Müller Haus & Service, Calw) durchgerechnet. Fünf Mitarbeiter, 30 Notrufe pro Woche, 80 % davon Standardfragen. Eine KI übernimmt die Telefon-Triage, klärt Standardfragen, bucht Termine direkt. Ergebnis: 15 Stunden pro Woche gespart, mehr Aufträge, höhere Kundenzufriedenheit.

Der Handwerker selbst wird nicht ersetzt. Er wird entlastet. Und dadurch wertvoller.

Mehr dazu auf unserer Pillar-Page Handwerk.

Wer KI versteht, fürchtet sie am meisten — und warum das die falsche Schlussfolgerung ist

Kern-Antwort: Die TU Darmstadt zeigt: Wer KI gut kennt und digitalen Output produziert, fürchtet am meisten um die Zukunft — aber genau diese Menschen sollten Architektur bauen, statt Angst zu haben.

Prof. Peter Buxmann von der TU Darmstadt hat 2026 zusammen mit YouGov einen KI-Monitor veröffentlicht. Das Ergebnis ist paradox: Etwa jeder Zweite mit gutem KI-Wissen und digitalisierbarem Output fürchtet um die berufliche Zukunft. Bei Menschen mit wenig KI-Wissen ist die Sorge geringer.

Buxmann erklärt das so: „Alle Jobs, deren Output digitalisierbar ist, sind gefährdet." Wer KI versteht, weiß, was sie kann. Und wer täglich sieht, wie gut eine KI Texte schreibt, Daten analysiert, Code generiert — der weiß, dass die eigene Arbeit nicht unknackbar ist.

Aber hier ist die falsche Schlussfolgerung: Angst statt Aktion.

Die richtige Schlussfolgerung ist: Architektur bauen. Wer versteht, was KI kann, sollte nicht fürchten, ersetzt zu werden. Er sollte die Architektur bauen, die KI einbettet.

Das Kiel-Institut bestätigt das empirisch: Gesamtbeschäftigung stabil, aber Qualifikationsdruck steigt. Routine-Verwaltung schrumpft, Nachfrage nach Höherqualifizierten steigt. Und „höherqualifiziert" heißt in diesem Kontext: Wer versteht, wie man Systeme baut, statt nur Routinen auszuführen.

Eine Goethe-Universität-Frankfurt-Studie mit 4.048 Studierenden zeigt das Problem: 89 % nutzen KI-Tools, 45,5 % sorgen sich um Verlust kritischen Denkens, 72 % verfallen in „Ghost-Role"-Nutzung (KI macht ganze Teilaufgaben). Studienleiterin Nora Hoffmann sagt: „Studierende kennen Schreiben noch ohne KI und spüren, was übermäßige Delegation sie kostet — das wird sich ändern."

Genau deshalb: Wer KI versteht, sollte Architekt werden, nicht Angst-Patient.

Wir formulieren das intern so: „Wir bauen Architekturen, nicht Modelle." Wir trainieren keine eigenen KI-Modelle. Wir bauen die Systeme, die bestehende Modelle (Claude, GPT, Gemini) so einbetten, dass sie den Menschen wertvoller machen.

Mehr dazu in unserem Anthropic Economic Index-Artikel — dort zeigen wir, was Claude-Power-User schon heute automatisieren.

Unser Komplement-Ansatz im Mittelstand — was wir tatsächlich bauen

Kern-Antwort: Wir bauen Architekturen für KMU, die Routinen automatisieren und den Menschen dadurch wertvoller machen — 5-Schichten-Modell statt Modell-Training.

Wenn ein KMU-Eigentümer zu uns kommt und sagt: „Ich habe Angst, dass meine Mitarbeiter ersetzt werden", fragen wir zurück: „Welche Routinen verschwinden in Ihrem Betrieb morgen — und was machen Ihre Mitarbeiter dann mit der gewonnenen Zeit?"

Das ist keine rhetorische Frage. Das ist die Architektur-Frage.

Unser Ansatz: 5-Schichten-KI-Architektur für den Mittelstand. Keine eigenen Modelle trainieren (das ist für Google, OpenAI, Anthropic). Stattdessen:

  1. Eingabe-Schicht: Wo kommt die Anfrage rein? Telefon, E-Mail, Formular, WhatsApp?
  2. Qualifikations-Schicht: Welche Anfragen sind Routinen, welche brauchen echte Expertise?
  3. Automatisierungs-Schicht: Welche Routinen kann KI sofort erledigen?
  4. Eskalations-Schicht: Welche Fälle gehen an den Menschen weiter — und mit welchem Kontext?
  5. Feedback-Schicht: Was lernt das System aus jeder Anfrage, damit es beim nächsten Mal besser wird?

Konkret:

Das Ergebnis: Der Mensch wird wertvoller, nicht überflüssig. Weil er mehr qualifizierte Gespräche führt, mehr Beratung leistet, mehr Expertise einbringt — statt Routinen abzuarbeiten.

Wir formulieren das intern so: „Wir bauen Architekturen, nicht Modelle."

Mehr dazu in unserem 5-Schichten-Artikel.

FAQ — Welche Berufe sind durch KI bedroht?

Welche Berufe stehen auf der Microsoft-Liste?

Die Top-12-DACH-Berufe nach KI-Anwendbarkeit: Dolmetscher, Historiker, Reiseberater, Börsenhändler, Journalisten, Statistiker, Sprachlehrer, Datenwissenschaftler, Finanzberater, Datenbankentwickler, Unternehmensberater, Marktforscher. Alle haben digitalisierbaren Output und hohen Sprach-/Textanteil.

Heißt das, dass diese Berufe verschwinden?

Nein. KI-Anwendbarkeit bedeutet nicht Jobverlust. Die ILO sieht 5,5 % der Beschäftigung vollautomatisierungsgefährdet, aber 13,4 % augmentiert. Das Kiel-Institut findet keinen Beschäftigungsrückgang in DACH-vergleichbaren Ländern. Routinen verschwinden, Beratung bleibt.

Sind Handwerker sicher?

Handwerker stehen nicht auf der Microsoft-Liste, weil ihr Output nicht digitalisierbar ist. Aber Robotik kommt in der Fertigung. Im Service-Handwerk (Notruf, Vor-Ort-Diagnose) bleibt der Mensch dominant — KI hilft bei Telefon-Triage, Terminkoordination, Rechnungsstellung.

Was ist mit Finanzberatern?

Finanzberater sind in der Top-12. Aber genau deshalb gibt es eine Chance: Wer Routinen (Produktvergleiche, Exposés, Nachfass-Mails) automatisiert, hat mehr Zeit für Beratung. 35 % der unabhängigen Finanzberater in Deutschland nutzen KI bereits (AfW-Studie 2026).

Wie viele Jobs sind wirklich bedroht?

McKinsey sagt: 3–14 % der globalen Beschäftigung müssen bis 2030 die Berufsgruppe wechseln (nicht arbeitslos werden). ILO sagt: 5,5 % vollautomatisierungsgefährdet, 13,4 % augmentiert in Hochlohn-Ländern. Kiel-Institut sagt: Gesamtbeschäftigung stabil, Qualifikationsdruck steigt.

Warum fürchten KI-Kenner die Zukunft am meisten?

TU Darmstadt KI-Monitor 2026: Etwa jeder Zweite mit gutem KI-Wissen und digitalisierbarem Output fürchtet um die berufliche Zukunft. Wer KI versteht, weiß, was sie kann. Aber die richtige Schlussfolgerung ist nicht Angst, sondern Architektur bauen — wer versteht, wie man Systeme baut, wird gebraucht.

1. Microsoft Research, Tomlinson et al. — „Working with AI: Measuring the Applicability of Generative AI to Occupations", arXiv 2507.07935, Dezember 2025

2. McKinsey Global Institute — „Jobs Lost, Jobs Gained: Workforce Transitions in a Time of Automation", Dezember 2017

3. ILO Working Paper 96 — „Generative AI and jobs: A global analysis of potential effects on job quantity and quality", 2023/2024

4. TU Darmstadt + YouGov — KI-Monitor 2026, Prof. Dr. Peter Buxmann

5. Kiel Institut für Weltwirtschaft — Policy Brief 01/2026 „Who is afraid of AI? Who should be?", 26. Januar 2026

6. Goethe-Universität Frankfurt, Schreibzentrum — Studie wissenschaftliches Schreiben mit KI, n=4.048, Nora Hoffmann, 2026

7. DIHK Vermittlerregister — 178.791 §34d-Vermittler, Januar 2026

8. AfW Finanzberatung — 35 % KI-Nutzung unabhängige Finanzberater, 2026

9. BVK Strukturdaten — ⌀ 2.300 Kunden pro Vermittler, 2025

10. ZDH — ~1 Mio. Handwerksbetriebe DACH, ~5,6 Mio. Beschäftigte, 2025

11. marktundmittelstand.de, skill-sprinters.de, the-decoder.de — DACH-Aggregation MS-Top-12, Juni 2026

12. Fortune — MS-Research Top-40-Reportage, Juli 2025