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Studie · Dezember 2025 · DACH

State of Agentic AI
in DACH.

Wir haben 380 Geschäftsführer und Inhaber in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefragt: Wo stehst du wirklich beim Thema KI-Agenten? Die Antworten zeichnen ein klareres Bild als die meisten Marktreports — und enthalten einige Überraschungen.

Thorsten Pätzold · Dezember 2025 · ~26 Min Lesezeit
380
Befragte
Geschäftsführer
42%
haben bereits
einen Agent live
71%
planen Einsatz
bis Ende 2026
3
Länder
DE · AT · CH
Inhaltsverzeichnis
Was du in dieser Studie findest
  1. 01Executive Summary — Die wichtigsten Befunde
  2. 02Methodik & Stichprobe
  3. 03Adoption-Stufen pro Branche
  4. 04Top 5 Hürden bei der Einführung
  5. 05Erfolgsfaktoren der Pioniere
  6. 06Budgets & Investitionen 2026
  7. 07Regionale Unterschiede DE / AT / CH
  8. 08Was 2026 wirklich bringen wird
  9. 09Fazit & Handlungsempfehlungen
Kapitel 01

Executive Summary.

Diese Studie zeigt: Die DACH-Region ist in Bewegung. Aber nicht überall gleich. Die Befunde aus 380 strukturierten Interviews mit Geschäftsführern, Inhabern und obersten Führungskräften zwischen September und November 2025 zeichnen ein differenziertes Bild — eines das sich deutlich von dem unterscheidet, was in Marketing-Materialien typischer Anbieter steht.

Befund 1: Die schweigende Mehrheit experimentiert bereits. 42 Prozent der Befragten haben Ende 2025 mindestens einen produktiven KI-Agent im Einsatz. Weitere 29 Prozent befinden sich in einer Pilotphase. Das heißt: Mehr als zwei Drittel aller befragten Unternehmen sind nicht mehr in der Beobachterrolle — sie handeln. Was diese Zahl interessant macht: Nur 18 Prozent kommunizieren das öffentlich. Die meisten arbeiten still daran.

Befund 2: Die größte Hürde ist nicht Technologie, sondern Klarheit. 64 Prozent der Befragten nannten als Hauptbarriere fehlende interne Klarheit über Use Cases — nicht Datenschutz, nicht Kosten, nicht Skill Gaps. Wer nicht weiß was er automatisieren soll, kommt nicht voran. Diese Erkenntnis hat Konsequenzen für die Beratungslandschaft: Wer hilft, Klarheit zu schaffen, gewinnt.

Befund 3: Mittelständler sind die heimlichen Pioniere. Entgegen der Erwartung sind nicht Konzerne, sondern Unternehmen mit 25 bis 100 Mitarbeitern am weitesten. Sie haben die Agilität von Kleinen plus die Ressourcen für strukturierte Implementierung. Konzerne stecken in Genehmigungsschleifen, Solo-Founder oft in Tool-Tests ohne Strategie.

Befund 4: Die Budget-Entwicklung ist explosiv. Das durchschnittliche KI-Agent-Budget pro Unternehmen wird laut Selbstauskunft von 14.300 Euro in 2025 auf 38.700 Euro in 2026 steigen — ein Plus von 170 Prozent. Wichtiger: Die Spannbreite vergrößert sich. Spitzenreiter investieren Sechsstellig, Nachzügler steigen erst mit 5.000 Euro ein. Die Schere geht auf.

Befund 5: Vertrauen ist die neue Währung. 78 Prozent der Befragten sagen, dass Vertrauen in den Anbieter wichtiger ist als technische Spezifikationen. Wer Referenzkunden in derselben Branche zeigen kann, gewinnt — wer nur mit Funktionen argumentiert, verliert. Das verändert die Spielregeln im Anbietermarkt grundlegend.

Die zentrale Aussage dieser Studie

2026 wird das Jahr in dem die Lücke zwischen Pionieren und Nachzüglern unüberbrückbar wird. Wer Ende 2025 noch nicht ernsthaft begonnen hat, wird Ende 2026 mit Wettbewerbern konkurrieren, die mit zwei oder drei produktiven Agenten arbeiten. Der Vorsprung wird nicht durch Technologie entstehen — sondern durch organisatorisches Lernen, das Zeit braucht.

Kapitel 02

Methodik & Stichprobe.

Vertrauen entsteht durch Transparenz. Hier ist im Detail wie diese Studie zustande kam — auch wo sie an ihre Grenzen stößt.

Wie wir gefragt haben

Zwischen dem 12. September und dem 28. November 2025 haben wir 380 Geschäftsführer, Inhaber und C-Level-Verantwortliche in strukturierten Interviews befragt. Die Interviews fanden zu 62 Prozent telefonisch, zu 24 Prozent per Videocall und zu 14 Prozent schriftlich (per Online-Fragebogen) statt. Die durchschnittliche Dauer der direkten Interviews lag bei 24 Minuten. Der Fragenkatalog umfasste 31 Fragen in fünf Themenblöcken: Status, Use Cases, Hürden, Erfolgsfaktoren, Pläne.

Wer geantwortet hat

Die Stichprobe ist absichtlich auf operative Entscheider fokussiert. 71 Prozent der Befragten waren Geschäftsführer oder Inhaber, 18 Prozent C-Level (CTO, COO, CIO), 11 Prozent operative Leitungsebene mit direkter Berichtslinie. Wir haben bewusst keine reinen IT-Abteilungs-Mitarbeiter befragt — die Studie soll die strategische Sicht abbilden, nicht die technische Umsetzungsperspektive.

Geografische Verteilung

Deutschland 76 Prozent (290 Befragte), Österreich 14 Prozent (54), Schweiz 10 Prozent (36). Das überrepräsentiert Österreich leicht und unterrepräsentiert die Schweiz — ein Effekt unseres Netzwerks. Wir haben dies in den regionalen Auswertungen entsprechend gewichtet.

Branchenverteilung

Die Stichprobe deckt zwölf Branchen ab. Schwerpunkte: B2B-Dienstleistungen (24%), produzierendes Gewerbe (18%), Software/IT (15%), Handel/E-Commerce (11%), Finance/Banking (8%), Beratung (7%), weitere Branchen (17%). Diese Verteilung ist zwar nicht repräsentativ für die DACH-Wirtschaft, aber breit genug für aussagekräftige Branchen-Vergleiche.

Was diese Daten nicht sind

Drei wichtige Einschränkungen: Erstens, dies ist keine repräsentative Erhebung. Wir haben keine Quoten für Unternehmensgrößen oder Regionen gesetzt. Zweitens, alle Daten basieren auf Selbstauskunft. Wir konnten die berichteten Zahlen nicht extern verifizieren. Drittens, wir hatten Zugriff auf unser eigenes Netzwerk plus dessen Empfehlungen. Das schafft einen positiv-selektierten Bias: Unsere Stichprobe ist tendenziell offener für KI-Themen als die DACH-Gesamtwirtschaft.

Mit diesen Vorbehalten im Hinterkopf: Die Daten sind die belastbarsten, die wir produzieren können. Sie zeigen Tendenzen — keine absoluten Wahrheiten. Wer mit dieser Differenzierung umgehen kann, findet im Folgenden die solidesten Insights die wir aus der DACH-Region kennen.

Kapitel 03

Adoption-Stufen pro Branche.

Wir haben jedes der 380 Unternehmen einer von fünf Adoption-Stufen zugeordnet — von „kein Kontakt mit dem Thema" bis „strategisch verankert". Hier die aggregierten Befunde, aufgeschlüsselt nach den wichtigsten Branchen unserer Stichprobe.

Anteil produktiver KI-Agent-Setups nach Branche
% der befragten Unternehmen mit ≥1 produktivem Agent · n=380
Software / IT
71%
71%
Beratung / Marketing
64%
64%
B2B-Dienstleistung
48%
48%
E-Commerce / Handel
43%
43%
Finance / Banking
31%
31%
Produktion
24%
24%
Recht / Steuer
18%
18%
Bau / Handwerk
9%
9%
Quelle: Amazing Agents Survey · Q4 2025 · n=380

Was die Verteilung erzählt

Die Software-Branche führt erwartbar — wer KI baut, nutzt KI. Aber die Lücke zur zweitplazierten Beratung ist kleiner als erwartet. Marketing-Agenturen und Beratungsfirmen haben Software längst eingeholt, weil ihre Kerngeschäfte (Texten, Recherchieren, Strukturieren) direkt von Agenten profitieren.

Die größte Überraschung ist Finance: 31 Prozent klingen niedrig, sind aber für eine derart regulierte Branche bemerkenswert hoch. Banken und Finanzdienstleister haben in den letzten zwölf Monaten massiv aufgeholt — vor allem im internen Bereich (Compliance-Vorprüfungen, Reporting-Automatisierung), während kundenseitige Anwendungen weiterhin restriktiv gehandhabt werden.

Das andere Ende ist genauso aussagekräftig: Bau und Handwerk mit nur 9 Prozent. Hier liegt der größte ungenutzte Hebel der DACH-Wirtschaft. Wer als Anbieter es schafft, diese Branche zu knacken — durch radikal vereinfachte Onboarding-Prozesse und branchenspezifische Sprache — sitzt auf einem riesigen Markt.

Verteilung nach Adoption-Stufe

Über alle Branchen hinweg verteilen sich die 380 Unternehmen wie folgt auf unsere fünf Stufen:

8%
Stufe 1
Kein Kontakt
21%
Stufe 2
Erste Tests
29%
Stufe 3
Pilotphase
31%
Stufe 4
≥1 Agent live
11%
Stufe 5
Strategisch verankert

Die größte Gruppe ist Stufe 4 mit 31 Prozent — Unternehmen die mindestens einen produktiven Agent betreiben, aber noch keine strategische Roadmap haben. Diese Gruppe ist der Hauptmarkt für 2026: Sie wissen dass es funktioniert, suchen aber den Weg zur nächsten Stufe.

Kapitel 04

Top 5 Hürden bei der Einführung.

Wir haben gefragt: „Was hindert dich aktuell daran, KI-Agenten stärker einzusetzen?" Mehrfachnennungen waren möglich. Die Reihenfolge der Antworten überrascht — und widerlegt einige Mythen über die Hauptbremsen der DACH-Adoption.

01
Fehlende interne Klarheit über Use Cases
„Wir wissen nicht, wo wir anfangen sollen." Die mit Abstand häufigste Antwort. Nicht Technologie ist die Hürde — sondern die Frage, welcher Prozess automatisiert werden soll.
64%
02
Mangel an internen Skills
„Niemand bei uns hat das Know-how für die Implementierung." Der zweite große Bremsfaktor. Externe Beratung wird oft als Lösung gesehen, ist aber Mangelware.
52%
03
Datenschutz und Compliance
„Wir können das mit DSGVO nicht machen." Erstaunlicherweise nicht der Top-Punkt — aber bei 47% Nennungen weiterhin relevant, vor allem in regulierten Branchen.
47%
04
Unklarer Business Case / ROI
„Wir sehen den finanziellen Nutzen nicht klar genug." Vor allem bei Mittelständlern — Konzerne haben dafür eigene Teams, Solos rechnen anders.
38%
05
Ressourcenmangel im Team
„Wir haben keine Zeit, uns damit zu beschäftigen." Paradox: Genau die Unternehmen die einen Agent am dringendsten brauchten, haben am wenigsten Kapazität ihn einzuführen.
31%

Was diese Reihenfolge wirklich bedeutet

Die meisten Marktreports und Anbieter-Marketing-Materialien fokussieren auf Hürde 3 (Datenschutz) und Hürde 4 (ROI). Unsere Daten zeigen aber: Die wirklichen Killer sind Hürden 1 und 2 — fehlende Klarheit und fehlende Skills. Das hat zwei Implikationen.

Erstens für Unternehmen: Wenn du an einer dieser Hürden hängst, lös zuerst die Klarheit, dann die Skills. Datenschutz und ROI sind nachgelagert. Wer in Diskussionen über DSGVO einsteigt bevor klar ist was er automatisieren will, optimiert die Ausrede statt das Vorgehen.

Zweitens für Anbieter: Wer Klarheit produziert, gewinnt. Beratung und Audit-Prozesse sind wichtiger als Technologie-Demos. Das ist eine fundamentale Verschiebung in dem was Anbieter eigentlich verkaufen sollten.

Eine kontraintuitive Beobachtung

Unter den Pionieren (Stufe 4–5) sind die Hürden andere. Bei diesen Unternehmen liegen die Top-Hürden nicht mehr bei „Klarheit", sondern bei „Skalierung" und „Multi-Agent-Komplexität". Das zeigt: Die Hürden ändern sich mit jeder Stufe. Wer Stufe 1 löst, hat noch nicht Stufe 4 gelöst.

Kapitel 05

Erfolgsfaktoren der Pioniere.

Wir haben die 42 Unternehmen aus Stufe 5 (strategisch verankert) genauer angeschaut. Was machen diese Pioniere anders als der Durchschnitt? Sechs Faktoren stechen hervor.

👤
Klare Ownership
Erfolgsfaktor 1
93%
der Pioniere haben eine namentlich benannte Person die für KI-Agenten verantwortlich ist. Im Schnitt nur 41%.
📋
Geschäftsführungs-Backing
Erfolgsfaktor 2
88%
haben den Geschäftsführer als aktiven Sponsor. Bei Adoption-Stufe 3 nur in 34% der Fälle.
📊
Definierte Erfolgsmetriken
Erfolgsfaktor 3
81%
messen Erfolg an klaren KPIs vor dem Start. Im Durchschnitt machen das nur 27%.
🎯
Kleiner Scope am Anfang
Erfolgsfaktor 4
76%
haben mit genau einer klar abgegrenzten Aufgabe begonnen. Spätere Erweiterung kam nach Stabilisierung.
🤝
Externe Begleitung
Erfolgsfaktor 5
69%
haben mindestens für die ersten 3 Monate externe Beratung genutzt. Hat sich in der Mehrzahl als ROI-positiv erwiesen.
Schnelles Erst-Setup
Erfolgsfaktor 6
62%
hatten ihren ersten Agent innerhalb von 30 Tagen produktiv. Längere Setup-Phasen führten häufig zu Abbruch.

Was diese Faktoren verbindet

Bei näherer Betrachtung wird klar: Vier der sechs Erfolgsfaktoren sind organisatorisch, nicht technisch. Ownership, Backing, Scope, Metriken — das alles sind Management-Entscheidungen, nicht IT-Entscheidungen. Pioniere sind nicht erfolgreich weil sie bessere Tools haben — sondern weil sie das Vorhaben mit der Disziplin eines normalen Geschäftsprojekts behandeln.

Diese Erkenntnis ist gleichzeitig befreiend und entlarvend: Befreiend, weil die Erfolgsfaktoren reproduzierbar sind, ohne dass man Tech-Genies einstellen muss. Entlarvend, weil sie zeigen dass viele Unternehmen die scheitern, scheitern weil sie disziplinlos arbeiten — nicht weil sie zu wenig Geld oder Talent haben.

Die Pioniere haben einen unfairen Vorteil. Aber dieser Vorteil ist kein Geheimnis und keine Magie — es ist Diszipliniertheit. Die kann jedes Unternehmen kopieren, das es ernst meint.

Kapitel 06

Budgets & Investitionen.

Wir haben gefragt: „Wie viel hast du 2025 für KI-Agenten ausgegeben? Was planst du für 2026?" Die Antworten zeichnen ein dramatisches Wachstumsbild — und zeigen wo die Schere zwischen Pionieren und Nachzüglern aufgeht.

Durchschnittliches KI-Agent-Budget pro Unternehmen
Mittelwert 2025 (real) und 2026 (geplant) · in € · n=380
2025 (real)
14.300 €
2026 (geplant)
38.700 €
Quelle: Amazing Agents Survey · Q4 2025

Die Schere geht auf

Der Durchschnitt sagt nicht alles. Wenn man die Verteilung anschaut, wird klar: Die Schere zwischen Pionieren und Nachzüglern öffnet sich dramatisch.

In unseren Daten sehen wir folgende Spannweite für 2026: Das untere Quartil (also die 25 Prozent mit den niedrigsten Budgets) plant 5.000 bis 12.000 Euro. Das obere Quartil (die Top 25 Prozent) plant 60.000 bis über 200.000 Euro. Das Verhältnis zwischen unterem und oberem Quartil hat sich von 1:7 (2025) auf 1:18 (2026 geplant) erweitert.

Das ist nicht nur eine Geld-Frage. Hinter diesen Zahlen steht: Pioniere lernen schneller, skalieren aggressiver, sammeln mehr Erfahrung. In zwei Jahren wird die Lücke nicht mehr finanziell überbrückbar sein — sondern auch organisatorisch zu groß. Wer 2026 nicht ernsthaft investiert, holt das 2027 nicht mehr auf.

Wofür das Geld ausgegeben wird

Aufgeschlüsselt nach Budgetposten geben Unternehmen ihr KI-Agent-Budget so aus:

Externe Beratung
38%
LLM-API-Kosten
22%
Tool-Lizenzen
18%
Interne Personalkosten
14%
Schulungen
8%

Auffällig: Externe Beratung ist mit 38 Prozent der größte Posten. Das passt zu unserem Befund aus Kapitel 04 — Klarheit und Skills sind die Hauptengpässe, und dafür holen sich Unternehmen externe Hilfe. LLM-API-Kosten sind erstaunlich niedrig (22%), was zeigt: Die Modelle sind nicht der Kostentreiber. Setup und Implementierung sind teurer als Betrieb.

Kapitel 07

DE / AT / CH im Vergleich.

Die DACH-Region wird oft als ein Markt behandelt — ist sie aber nicht. Unsere Daten zeigen drei deutlich unterschiedliche Adoption-Profile, die für Anbieter und Investoren wichtig sind.

🇩🇪 Deutschland · n=290
Vorsichtige Mehrheit
Längste Entscheidungszyklen, höchste Anforderungen an Compliance-Dokumentation. Aber: Sobald entschieden, größte Loyalität. Durchschnittliche Setup-Lebensdauer 18+ Monate.
🇦🇹 Österreich · n=54
Schnelle Pragmatiker
Kürzeste Time-to-Decision, höchste Bereitschaft zu schnellen Tests. Etwas niedrigere Investitionsvolumen, aber höhere Hit-Rate beim Setup.
🇨🇭 Schweiz · n=36
Höchste Investitionen
Größte Budgets pro Unternehmen, höchste Compliance-Hürden. Bevorzugen lokale Anbieter und schweizerische Datenresidenz. Niedrigste Adoption-Rate, aber höchste Stabilität wenn live.
DACH-Trend
Konvergierende Adoption
Alle drei Länder konvergieren bis Ende 2026 voraussichtlich auf ähnliche Adoption-Niveaus, mit unterschiedlichen Profilen. Wer alle drei Märkte bedient, braucht differenzierte Strategien.

Konkrete Unterschiede in Zahlen

Ein paar Datenpunkte, die das Profil schärfen: Time to first production agent liegt in Deutschland bei median 87 Tagen, in Österreich bei 52 Tagen, in der Schweiz bei 124 Tagen. Durchschnittliches Setup-Budget in DE: 14.500 Euro, in AT: 11.200 Euro, in CH: 23.800 Euro. Anteil mit Multi-Agent-Setups in DE: 17 Prozent, AT: 24 Prozent, CH: 11 Prozent.

Diese Zahlen erklären sich aus den jeweiligen Geschäftskulturen. Österreichische Unternehmen sind tendenziell handlungsorientierter und kleiner, daher schneller. Schweizer Unternehmen haben höhere Margen, mehr Ressourcen, aber auch konservativere Kulturen. Deutschland liegt in der Mitte — vorsichtig, aber gründlich.

Was das für Anbieter heißt

Wer in DACH expandiert, sollte nicht versuchen alle drei Märkte gleich zu bedienen. Erfolgreiche Anbieter starten meist in einem Markt, perfektionieren ihren Ansatz dort, und gehen dann sequenziell weiter. Die meistbeobachtete Reihenfolge: AT → DE → CH. Die österreichische Geschwindigkeit erlaubt schnelle Iteration, der deutsche Markt bringt Skalierung, die Schweiz zementiert die Margen.

Kapitel 08

Was 2026 wirklich bringen wird.

Auf Basis der Befragung — speziell der „Was planst du 2026?"-Antworten — und unserer eigenen Beobachtungen aus 150+ produktiven Setups, hier vier Vorhersagen die wir mit hoher Sicherheit machen können.

Vorhersage 1: Adoption-Rate verdoppelt sich

71 Prozent der Befragten planen bis Ende 2026 mindestens einen produktiven Agent zu haben. Wir gehen von einer effektiven Realisierungsquote von 60 bis 70 Prozent dieser Pläne aus — also einer realen Adoption-Rate von 65 bis 80 Prozent in unserer Stichprobengruppe. Hochgerechnet auf die DACH-Wirtschaft ist mit etwa 35 bis 45 Prozent Adoption Ende 2026 zu rechnen.

Vorhersage 2: Multi-Agent wird Massenphänomen

Aktuell haben 17 Prozent der produktiven Setups mehr als einen Agent. Bei den Pionieren (Stufe 5) sind es 89 Prozent. Wir erwarten, dass bis Ende 2026 mehr als die Hälfte aller produktiven Setups Multi-Agent-Architekturen sein werden — schlicht weil die Pionierunternehmen ihre Setups ausbauen und neue Setups bereits Multi-Agent geplant werden.

Vorhersage 3: Konsolidierung im Anbietermarkt

Die Zahl der Anbieter ist 2025 explodiert. 2026 wird das erste Konsolidierungsjahr — viele kleine Anbieter werden ohne Differenzierung im Wettbewerb verschwinden. Übrig bleiben drei Cluster: Globale Plattform-Player (OpenAI, Anthropic, Google), branchenspezifische Spezialisten und lokale DACH-Beratungen mit echtem Branchen-Knowhow. Generic „KI-Agentur"-Modelle werden 2026 schwer.

Vorhersage 4: Regulatorische Reife

Der EU AI Act tritt schrittweise in Kraft. 2026 wird das erste Jahr in dem Compliance-Anforderungen für KI-Agenten konkret werden — vor allem für „Hochrisiko"-Anwendungen in Finanz, Health und Personalwesen. Unternehmen die ohne Audit-Trails und Dokumentation arbeiten, werden 2027 nachrüsten müssen. Wer das jetzt mitbedenkt, hat einen Vorteil.

Was das praktisch heißt

2026 ist das Konsolidierungsjahr. Wer als Unternehmen anfängt, hat noch eine Chance auf der Welle mitzureiten. Wer wartet, kommt in einen Markt der bereits konsolidiert ist — und in dem die einfachen ROI-Gewinne abgegrast sind. Wer als Anbieter aktiv ist, muss sich zwischen Volumen-Plattform und Spezialisten-Beratung entscheiden. Die Mitte verschwindet.

Kapitel 09

Fazit & Empfehlungen.

Die DACH-Region ist nicht mehr in der Phase „Sollten wir KI-Agenten einsetzen?". Sie ist in der Phase „Wie machen wir das richtig?". Wer noch in der ersten Phase ist, sollte sich beeilen — die zweite Phase wird nicht warten.

Hier sind die drei wichtigsten Empfehlungen aus 380 Interviews:

Empfehlung 1: Klarheit vor Technologie

Die Top-Hürde ist nicht Technologie, sondern fehlende interne Klarheit. Bevor du über Tools, Modelle oder Anbieter nachdenkst, klär: Welcher Prozess kostet dich wirklich Zeit? Wer wäre der Owner? Was würde „erfolgreich" bedeuten? Diese drei Fragen lösen 64 Prozent aller Probleme bevor sie entstehen.

Empfehlung 2: Pioniere kopieren, nicht erfinden

Die sechs Erfolgsfaktoren der Pioniere aus Kapitel 05 sind reproduzierbar. Du brauchst kein Tech-Genie, kein Millionen-Budget, keine eigene KI-Abteilung. Du brauchst Disziplin in der Anwendung von sechs einfachen Prinzipien. Die meisten gescheiterten Setups scheiterten nicht an Technologie — sondern an mindestens einem dieser sechs Prinzipien.

Empfehlung 3: Mit kleinem Scope beginnen

76 Prozent der Pioniere haben mit genau einer Aufgabe begonnen. Nicht mit drei. Nicht mit der wichtigsten. Mit der klarsten. Wer das berücksichtigt, ist nach 30 Tagen produktiv. Wer es ignoriert, ist nach 30 Tagen frustriert. Die Wahl liegt bei dir.

Die DACH-Wirtschaft wird 2026 nicht entscheiden ob KI-Agenten sich durchsetzen. Sie hat das bereits entschieden. Sie entscheidet jetzt nur noch wer mitkommt — und wer zurückbleibt.

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Thorsten Pätzold
Thorsten Pätzold
CEO & Architect · Amazing Agents

Hat diese Studie konzipiert und mit dem Team durchgeführt. Schreibt über das was wirklich in DACH passiert — basierend auf eigenen Daten, nicht auf Marktreports aus dem Silicon Valley.