Früher brauchte man für einen eigenen Software-Roboter im Marketing einen Entwickler, einen Dienstleister oder zumindest Geduld mit einem Workflow-Editor. Jetzt beschreibt man in einem Satz, was der Agent tun soll, und bekommt einen Konfigurationsvorschlag zurück. HubSpot bietet genau das an: Der „Breeze Assistant“ baut im „Agent Builder“ aus einer Beschreibung in normaler Sprache einen benutzerdefinierten KI-Agenten.

Für Mittelständler, die HubSpot ohnehin nutzen, klingt das nach einer Abkürzung. Es ist aber auch ein Moment, in dem sich entscheidet, ob ein Agent mit Grenzen entsteht oder ein Agent, den jemand „mal eben“ gebaut hat und den danach niemand mehr überblickt. Dieser Artikel geht durch, was die offizielle HubSpot-Dokumentation tatsächlich beschreibt, was sie offenlässt und welche Freigabe-Regeln Sie festlegen sollten, bevor der erste Agent aktiv wird.

Als Quelle dient die HubSpot-Wissensdatenbank-Seite „Use Breeze Assistant to build custom agents and agentic automation in the agent builder“, zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026. Wo die Seite nichts sagt, sagen wir das ausdrücklich. Zugeordnet haben wir das Thema unserem Analytics-Agenten Daniel und, soweit es um Kontaktaufnahme geht, unserem Outreach-Lead Kai. Am Ende steht der Unterschied zwischen einem Agenten mit Grenzen und Freigabe-Schritt und einem, der einfach aktiv geschaltet wurde.

Was die HubSpot-Dokumentation beschreibt

Laut Dokumentation funktioniert der Weg zum Agenten in fünf Schritten. Man öffnet den Breeze Assistant in der oberen Navigationsleiste, gibt eine Beschreibung ein und sendet sie ab. Der Assistent schlägt dann eine Konfiguration vor, bestehend aus einem Ziel, Werkzeugen und Wissensquellen, die man prüfen und anpassen kann. Er kann dabei Rückfragen stellen oder Verfeinerungen vorschlagen. Wenn man bestätigt, entsteht ein Link zum Agenten im Agent Builder, wo man ihn weiter anpasst.

Im Agent Builder lassen sich laut Dokumentation die Anweisungen ändern, Aktionen hinzufügen und der Agent vor der Veröffentlichung testen. Die Ergebnisse eines Agenten werden anschließend im „Agent Inbox“ geprüft, so die Seite. Das ist für unser Thema der wichtigste Punkt, und wir kommen gleich darauf zurück.

Die Funktion steht laut Seite in mehreren Bereichen von HubSpot bereit:

Anlegen und anpassen dürfen Agenten laut Dokumentation Nutzerinnen und Nutzer mit Super-Admin-Rechten oder mit der Berechtigung „Agent builder“. Manche Ziele erfordern weitere Berechtigungen, die Seite nennt als Beispiel die Berechtigung zum Bearbeiten und Veröffentlichen für das Erstellen von Landingpages. Außerdem muss ein Super-Admin mehrere KI-Einstellungen aktivieren: den Zugriff auf generative KI-Werkzeuge und -Funktionen, auf CRM-Daten, auf Daten zu Kundenkonversionen, auf Dateien sowie den Zugang zum Breeze Assistant.

Das ist eine ordentliche Berechtigungslogik, und sie lässt sich auf Ihren eigenen Freigabe-Prozess übertragen: Nicht jeder darf Agenten bauen, und was ein Agent anfassen darf, hängt davon ab, was in den Einstellungen freigegeben wurde.

Was die Dokumentation nicht sagt

Genauso wichtig ist, was auf der Seite fehlt. Wir haben die Quelle darauf geprüft und halten fest:

Wir behandeln das Thema deshalb als etwas, das auf Unternehmen zukommt oder das sie gerade erst prüfen sollten, nicht als erprobte Standardfunktion. Wer HubSpot nutzt, sollte in der eigenen Instanz nachsehen, ob und in welchem Umfang der Agent Builder sichtbar ist, und bei Unklarheiten den eigenen Ansprechpartner fragen.

„Einfach zu bauen“ ist keine Aussage darüber, ob ein Agent richtig eingerichtet ist. Je leichter ein Agent entsteht, desto wichtiger wird die Regel, wer ihn aktivieren darf.

Das eigentliche Risiko: Agenten, die niemand bewusst entschieden hat

Dass ein Agent per Spracheingabe entstehen kann, ist eine Erleichterung und ein Risiko zugleich. Die Erleichterung: Fachabteilungen müssen nicht mehr auf die IT warten. Das Risiko: Es entstehen Agenten, bei denen niemand die Frage gestellt hat, was passiert, wenn sie sich irren.

Ein Beispiel, rein als Gedankenspiel: Eine Marketing-Leiterin in einem Maschinenbaubetrieb mit 120 Beschäftigten bittet den Assistenten, einen Agenten zu bauen, der neue Interessenten aus dem Messekontakt-Import mit einer passenden Folge-Nachricht versorgt. Der Vorschlag sieht plausibel aus, sie bestätigt, testet mit zwei Kontakten und schaltet den Agenten frei. Zwei Wochen später fällt auf, dass auch Bestandskunden mit offenen Reklamationen eine Werbenachricht bekommen haben, weil die Zielgruppe zu weit gefasst war. Jeder Einzelschritt war vernünftig. Es fehlte eine zweite Person, die vor der Aktivierung die Zielgruppe und die Aktion gegengelesen hat. Der Agent Inbox, den die Dokumentation erwähnt, ist ein guter Ansatzpunkt: Dort werden die Ergebnisse eines Agenten geprüft. Ob das eine Prüfung vor oder nach der Ausführung bedeutet, geht aus der Seite nicht eindeutig hervor, und das ist die Frage, die Sie in Ihrer eigenen Instanz klären sollten.

Drei Freigabe-Regeln, die Sie vor dem ersten Agenten festlegen sollten

1. Wer darf Agenten anlegen, wer darf sie aktivieren?

Die Dokumentation unterscheidet zwischen Super-Admin-Rechten und der Berechtigung „Agent builder“. Nutzen Sie das, um Anlegen und Aktivieren zu trennen: Eine Person baut, eine andere gibt frei. Das kostet im Alltag wenige Minuten und verhindert den klassischen Fall, dass der Ersteller sein eigenes Werk auch abnimmt.

2. Welche Aktion darf ein Agent ohne Rückfrage ausführen?

Unterscheiden Sie zwischen Aktionen, die sich zurücknehmen lassen, und solchen, die es nicht tun. Ein Entwurf lässt sich verwerfen. Eine versendete Nachricht an 3.000 Kontakte nicht. Legen Sie fest, dass alles, was extern sichtbar wird, vor dem Versand von einem Menschen gesehen wird. Das entspricht dem Prinzip, das wir selbst anwenden: Mails legen wir als Entwurf an und versenden sie nicht direkt.

3. Woran messen Sie, ob der Agent gut arbeitet?

Ein Test mit zwei Kontakten ist ein Funktionstest, kein Qualitätsnachweis. Bestimmen Sie vorab, was „gut“ heißt: Wie viele der Agenten-Ergebnisse müssen Sie korrigieren, bevor Sie dem Agenten mehr Freiheit geben? Eine einfache Faustregel: Prüfen Sie in den ersten Wochen jedes Ergebnis, danach Stichproben, und weiten Sie die Freiheit nur schrittweise aus.

Agenten bauen ist leicht, Agenten freigeben ist die Arbeit

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Zuordnung: Daniel und Kai

Auf unserer Webseite beschreiben wir Daniel als Analytics-Agenten: „Zahlen ohne Kommentar sind nutzlos. Daniel macht Daten entscheidbar.“ Das passt zur Frage, wie man die Arbeit eines Agenten bewertet. Ein Agent, der Kontakte anspricht oder Landingpages erstellt, erzeugt Daten: Öffnungen, Antworten, Abmeldungen. Ohne Auswertung weiß niemand, ob er gut oder schlecht arbeitet. Daniel steht in unserem Team für diese Auswertung.

Kai führen wir als Outreach-Lead, zuständig für Strategie, Sequenzen und Pipeline. Überall dort, wo ein HubSpot-Agent Kontakte anschreibt oder Folgeschritte plant, berührt das Thema den Outreach-Bereich. Die Zuordnung ist unsere eigene Einordnung. HubSpot selbst nennt die Funktion nicht in dieser Weise.

So gehen wir im Audit vor

Wir beschreiben hier, wie wir vorgehen, wenn Unternehmen mit einem Plattform-Agenten wie dem von HubSpot arbeiten wollen. Es sind keine Kundenberichte, sondern unser Vorgehen:

  1. Anwendungsfälle sammeln: Welche Aufgaben im Marketing und Vertrieb fallen wöchentlich an, und welche davon sind klar umrissen genug für einen Agenten? Wir gewichten nach Zeitaufwand, den Sie selbst schätzen.
  2. Datenzugriff klären: Die Dokumentation nennt mehrere KI-Einstellungen, die ein Super-Admin freischalten muss, darunter CRM-Daten und Kundenkonversionsdaten. Wir prüfen mit Ihnen, welche davon der Agent tatsächlich braucht, und lassen den Rest aus.
  3. Aktionen einstufen: Reversibel oder nicht, intern oder extern sichtbar? Daraus folgt, wo ein Mensch prüft.
  4. Prüfroutine festlegen: Wer sieht die Ergebnisse, wie oft, und was löst eine Korrektur aus?
  5. Erweiterungsstufen planen: Der Agent bekommt erst mehr Freiheit, wenn die Prüfroutine ihn über einen vereinbarten Zeitraum bestätigt hat.

Was Sie jetzt vorbereiten können

Weil die Quelle weder einen Status noch Regionen nennt, empfehlen wir keine sofortige Nutzung, sondern diese Vorbereitung:

  1. Instanz prüfen: Sehen Sie nach, ob in Ihrer HubSpot-Instanz der Breeze Assistant und der Agent Builder erscheinen und welche Tarife Ihnen zugeordnet sind.
  2. Rechte sichten: Klären Sie, wer Super-Admin ist und wer die Berechtigung „Agent builder“ hat. Reduzieren Sie die Liste auf das Nötige.
  3. Einstellungen dokumentieren: Notieren Sie, welche der KI-Einstellungen (generative KI, CRM-Daten, Konversionsdaten, Dateien) heute aktiv sind und warum.
  4. Ersten Anwendungsfall wählen: Suchen Sie eine Aufgabe mit geringem Schaden im Fehlerfall, zum Beispiel interne Zusammenfassungen statt Kundenkontakt.
  5. Prüfregel aufschreiben: Halten Sie vor dem Start schriftlich fest, wer Ergebnisse sieht und wann der Agent angehalten wird.

Prüfroutine für Ihren ersten Agenten

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Drei Beispielaufgaben und worauf Sie jeweils achten sollten

Die Dokumentation nennt als Beispielziel das Erstellen von Landingpages. Um die Freigabe-Frage greifbar zu machen, gehen wir drei denkbare Aufgaben durch. Es sind Beispiele für die Einordnung, keine Angaben darüber, was der Agent Builder im Einzelnen kann.

Die Stufung ist einfach, aber wirksam: Erst intern, dann Entwurf, dann Versand mit Freigabe. Wer sie einhält, gewinnt Erfahrung mit dem Agenten, ohne dass ein Fehler gleich bei Kundinnen und Kunden landet. Und wer einmal erlebt hat, wie ein Agent einen sauberen Entwurf liefert, aber bei der Zielgruppe danebenliegt, versteht, warum die Freigabe zwei Blickwinkel braucht: den auf den Text und den auf den Empfängerkreis.

Einordnung: Plattform-Agent oder eigener Agent?

Ein Agent, der innerhalb einer Plattform wie HubSpot entsteht, hat Vor- und Nachteile. Vorteil: Er arbeitet direkt mit den Daten, die dort ohnehin liegen, und verwendet die Berechtigungen der Plattform. Nachteil: Er lebt innerhalb der Grenzen und Regeln dieser Plattform. Was die Plattform nicht abbildet, kann der Agent nicht lösen. Das ist keine Wertung, sondern eine Frage der Aufgabe. Für Aufgaben, die nur HubSpot-Daten betreffen, ist ein Plattform-Agent naheliegend. Für Aufgaben, die mehrere Systeme berühren, braucht es in der Regel eine Lösung, die darüber steht.

Unabhängig davon gilt für beide Wege dieselbe Frage: Was darf der Agent allein, und was nicht? Dass HubSpot Berechtigungen und einen Test vor der Veröffentlichung vorsieht, ist eine gute Grundlage. Ob das für Ihren Fall reicht, zeigt erst die Prüfung in Ihrer Instanz.

Agent mit Grenzen und Freigabe-Schritt

Ein Agent ohne Grenzen entsteht oft aus guten Absichten: Jemand will Zeit sparen, beschreibt eine Aufgabe, bestätigt den Vorschlag und schaltet ihn ein. Danach arbeitet er, bis ein Fehler auffällt. Ein Agent mit Grenzen und Freigabe-Schritt hat dagegen drei Dinge: eine benannte Person, die ihn freigibt, eine Liste dessen, was er ohne Rückfrage tun darf, und eine Prüfroutine, die über seine Ergebnisse wacht.

Bei uns ist das Alltag: Mails entstehen als Entwurf und werden nicht direkt versendet, und Inhalte gehen nicht ohne Brand-Check durch Magdalena live. Dieselbe Logik lässt sich auf jeden Agenten übertragen, egal in welcher Plattform er entsteht. Die HubSpot-Funktion macht den Bau leichter. Die Verantwortung, ihn mit Grenzen zu versehen, bleibt bei Ihnen.

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Quelle: HubSpot Knowledge Base, „Use Breeze Assistant to build custom agents and agentic automation in the agent builder“, zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026 (Primärquelle).