Sie haben in Ihrem Google-Ads-Konto wahrscheinlich längst einen Schalter umgelegt, der gleichzeitig entscheidet, nach welchen Suchanfragen Ihre Anzeige erscheint, was in der Anzeige steht und auf welche Seite der Klick führt. Oder jemand hat ihn für Sie umgelegt. Wissen Sie noch, wann Sie das zuletzt kontrolliert haben? Und was es Sie kostet, wenn die Maschine dabei danebenliegt?
Der Schalter heißt bei Google „AI Max for Search“. Er ist kein neues Produkt: Google hat ihn im Mai 2025 vorgestellt, seit dem 15. April 2026 ist er laut der Quelle, auf die wir uns stützen, nicht mehr in der Beta. Neu ist etwas anderes, nämlich dass bestehende Kampagnen im September 2026 automatisch umgestellt wurden und weitere folgen. Wer Google Ads nutzt, ist also mit hoher Wahrscheinlichkeit betroffen, ob er es bewusst entschieden hat oder nicht.
Dieser Artikel ist ein Evergreen-Thema und keine Eilmeldung. Er stellt eine Grundfrage: Woran erkennen Sie im eigenen Werbekonto, dass aus einer regelbasierten Automatisierung ein autonom entscheidender Agent geworden ist? AI Max ist dafür ein anschauliches Beispiel. Wir ordnen das Thema Daniel zu, unserem Analytics-Agenten, den wir auf der Webseite mit dem Satz beschreiben: „Daniel sagt Ihnen, ob das stimmt.“ Am Ende steht der Unterschied zwischen einem Agenten mit Grenzen und Freigabe-Schritt und einer Automatik, die einfach läuft.
Was „AI Max for Search“ tut: drei Entscheidungen unter einem Schalter
Beginnen wir mit dem Belegten. Googles eigener Launch-Beitrag vom 6. Mai 2025 trägt den Titel „Unlock next-level performance with AI Max for Search campaigns“ und stammt von Brian Burdick, Senior Director of Product Management bei Google Ads. Eine ausführliche Einordnung hat PPC Land am 25. Oktober 2026 veröffentlicht, ein Fachmedium für Online-Werbung. Beide Quellen beschreiben dieselben drei Bausteine.
1. Suchbegriff-Abgleich („Search term matching“). Ihre vorhandenen Keywords werden über Broad Match und „keywordless“-Technologie erweitert. Google formuliert, man erweitere die bestehenden Keywords mit diesen Mitteln. In der Praxis heißt das: Ihre Anzeige kann auch bei Suchanfragen erscheinen, die zu keinem Ihrer hinterlegten Keywords mehr direkt passen.
2. Textanpassung („Text customization“). Früher hieß diese Funktion „automatisch erstellte Assets“. Das System erzeugt neue Überschriften und Beschreibungen auf Grundlage Ihrer Landingpage, Ihrer bestehenden Anzeigen und Ihrer Keywords. Nach der Darstellung von PPC Land werden diese generierten Texte mindestens alle 48 Stunden geprüft und aufgefrischt. Das ist eine Obergrenze für das Intervall: Spätestens nach zwei Tagen kann eine Änderung auf Ihrer Webseite im Anzeigentext ankommen.
3. Erweiterung der Ziel-URL („Final URL expansion“). Nutzer werden auf die Seite Ihrer Domain geleitet, die Google für die passendste hält. Laut PPC Land setzt diese Funktion die Textanpassung voraus, und bei Aktivierung werden angeheftete Überschriften nicht berücksichtigt.
Der Punkt ist die Bündelung. Früher waren das drei getrennte Entscheidungen, die ein Mensch im Konto getroffen hat: welche Suchbegriffe, welcher Text, welche Zielseite. Jetzt laufen sie gebündelt unter einem Schalter, ohne dass jede einzelne vorab von Ihnen bestätigt wird.
Automatisierung folgt Regeln, die Sie gesetzt haben. Ein Agent entscheidet innerhalb eines Rahmens selbst. Bei AI Max ist die Frage nicht, ob das nützlich sein kann, sondern ob Sie den Rahmen kennen.
Zeitplan: Was bereits geschehen ist und was noch kommt
PPC Land nennt folgende Eckdaten, die wir hier wiedergeben:
- Am 6. Mai 2025 hat Google AI Max angekündigt. Der globale Beta-Start war laut Quelle Ende Mai 2025.
- Am 15. April 2026 hat Google AI Max aus der Beta genommen. Den Begriff „allgemein verfügbar“ verwendet die Quelle nicht, inhaltlich deckt sich die Aussage aber damit.
- Zwischen dem 1. und dem 30. September 2026 wurden betroffene Kampagnen automatisch auf AI Max umgestellt. Ob Ihre Kampagnen darunter fielen, sehen Sie nur in Ihrem eigenen Konto.
- Die automatische Umstellung für Dynamic Search Ads wurde am 11. Juni 2026 auf Februar 2027 verschoben. Wer Dynamic Search Ads nutzt, sollte sich diesen Termin notieren.
Was die Quelle nicht nennt: Länderspezifische Ausnahmen. Der Artikel führt keine auf. Das bedeutet, dass keine genannt werden, nicht, dass wir für Ihr Konto in Deutschland, Österreich oder der Schweiz die Verfügbarkeit bestätigen können. Auch zu Ihrem konkreten Konto, Ihrem Budget und Ihrer Branche sagt die Quelle nichts.
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Kostenloses Strategiegespräch buchen (30 Minuten, amazing-agents.com/booking)Was Google verspricht, und was unabhängige Auswertungen zeigen
Die Zahlen zu AI Max widersprechen sich, und genau deshalb sind sie lehrreich. Wir stellen sie nebeneinander und nennen jeweils die Quelle und ihre Grenzen.
Googles Aussagen. Im Launch-Beitrag schreibt Google, Werbetreibende, die AI Max aktivieren, sähen typischerweise „14 % mehr Conversions oder Conversion-Value bei ähnlichem CPA beziehungsweise ROAS“. Für Kampagnen, die überwiegend Exact- und Phrase-Keywords nutzen, nennt Google bis zu 27 %. Eine Fußnote verweist auf interne Google-Daten von 2025 und beschränkt sich auf Werbetreibende ohne Retail-Bezug, bei denen mehr als 70 % der Conversions aus solchen Keywords stammen. Diese Fußnote hängt im Text am Satz zur 27-Prozent-Angabe; ob sie auch für die 14 Prozent gilt, geht aus dem Beitrag nicht eindeutig hervor. Philipp Schindler, Finanzvorstand von Alphabet, nannte im Quartalsgespräch am 22. Juli 2026 laut PPC Land einen durchschnittlichen Zuwachs von 15 %.
Unabhängige Befunde. Dem stehen Auswertungen gegenüber, die PPC Land wiedergibt:
- Die Agentur Smarter Ecommerce fand in einer Analyse vom November 2025 über mehr als 250 Retail-Kampagnen einen rund 35 % niedrigeren ROAS für AI Max im Vergleich zu anderen Matching-Typen.
- In einem Vier-Monats-Test lagen die Kosten pro Conversion bei AI Max bei 100,37 US-Dollar, bei Exact Match bei 52,69 US-Dollar. Der Test stammt von Xavier Mantica.
- Laut Smarter Ecommerce waren im Juli 2026 in einer Stichprobe mit 383 Millionen Impressionen aus dem EMEA-Raum etwa 29 % der Exact-Match-Impressionen durch AI Max erweitert worden.
Ein wichtiger Vorbehalt steht im Artikel selbst: Keine dieser Zahlen stammt aus einer kontrollierten, veröffentlichten Studie, auch Googles eigene Werte nicht. Es sind Herstellerangaben, Agentur-Auswertungen und Einzeltests. Sie sind unterschiedlich definiert, betreffen unterschiedliche Branchen und Zeiträume und lassen sich nicht zu einer Zahl zusammenrechnen. Wir ziehen daraus bewusst keinen Schluss der Art „AI Max ist gut“ oder „AI Max ist schlecht“.
Der belastbare Schluss ist ein anderer: Ob AI Max für Ihr Konto funktioniert, können weder Google noch eine Agentur-Auswertung für Sie beantworten. Das zeigt nur Ihr eigenes Konto. Und dafür müssen Sie hinsehen.
Was Sie steuern können, und was nicht
PPC Land beschreibt die Kontrollmöglichkeiten, und sie sind ungleich verteilt.
- Suchbegriff-Abgleich: lässt sich für einzelne Anzeigengruppen abschalten. Markenbezogene Ein- und Ausschlüsse gibt es auf Kampagnen- und Anzeigengruppenebene.
- Textanpassung: Der Artikel beschreibt keine eigene Abschaltoption, nur Textrichtlinien. Diese erlauben laut Quelle bis zu 25 Begriffsausschlüsse und 40 Botschaftsbeschränkungen pro Kampagne.
- Erweiterung der Ziel-URL: Der Artikel beschreibt ebenfalls keine Abschaltoption. Gesteuert wird über Ein- und Ausschlüsse von URLs.
- Negative Keywords: greifen laut Artikel nur bei wörtlichen Zeichenketten und deshalb unvollständig.
Googles Launch-Beitrag nennt ebenfalls Kontrollen: Interessensorte auf Anzeigengruppenebene, Markenkontrollen auf Kampagnen- und Anzeigengruppenebene, das Entfernen generierter Assets sowie URL-Steuerung. Eine ausdrückliche Opt-out-Option nennt der Beitrag nicht. Ein Opt-out pro Komponente lässt sich also nicht belegen. Belegt ist nur: Nur der Suchbegriff-Abgleich lässt sich laut PPC Land für einzelne Anzeigengruppen abschalten.
Woran Sie erkennen, ob aus Automatisierung ein Agent geworden ist
Eine einfache Faustregel, die wir für Entscheider nutzen: Fragen Sie sich bei jeder Funktion in Ihrem Werbekonto, wer die Entscheidung trifft und wer sie vorher sieht.
Regelbasierte Automatisierung: Sie legen eine Regel fest („Pausiere Anzeigen mit Kosten über X“). Die Maschine führt sie aus. Jede Entscheidung lässt sich auf Ihre Regel zurückführen.
Agent: Sie legen ein Ziel und einen Rahmen fest. Die Maschine entscheidet selbst, wie sie das Ziel erreicht, und wählt dabei Mittel, die Sie nicht einzeln vorgegeben haben. Bei AI Max sind das die Suchanfragen, die Texte und die Zielseiten.
Beides kann sinnvoll sein. Aber bei einem Agenten ändert sich die Frage an Sie: Nicht „Habe ich die Regel richtig gesetzt?“, sondern „Passt das, was die Maschine entschieden hat, noch zu dem, was ich wollte?“ Das lässt sich nur durch Nachsehen beantworten.
Drei Prüfungen für Ihr Konto
Hier der konkrete Teil. Diese Prüfungen brauchen keine Spezialkenntnisse, nur Zeit und Zugriff.
- Prüfen Sie den Suchbegriffsbericht. Sehen Sie nach, zu welchen tatsächlichen Suchanfragen Ihre Anzeige erschienen ist. Nach der Aktivierung von Funktionen mit „keywordless“-Technologie kann sich das tatsächliche Targeting unabhängig von Ihrer Keyword-Pflege verändern. Wer seine Keyword-Liste kontrolliert, kontrolliert damit nicht mehr vollständig, wann die Anzeige erscheint.
- Lesen Sie die generierten Texte. Passen sie zu Ihrer Marke, zu Ihren Angeboten und zu Ihren rechtlichen Vorgaben? Wenn ein Text eine Aussage macht, die Sie so nicht treffen würden, ist das Ihre Aussage, denn sie erscheint unter Ihrem Namen.
- Kontrollieren Sie die gewählten Zielseiten. Führt der Klick dorthin, wo er nach Ihrer Planung hinführen soll? Wenn Google Nutzer auf eine andere Seite Ihrer Domain schickt, ändert sich Ihre Conversion-Rate, ohne dass Sie etwas geändert haben.
Daniel prüft, was Ihre Werbekonten selbst entscheiden.
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Der Unterschied lässt sich an AI Max gut zeigen.
Ohne Freigabe-Schritt laufen Keyword-Ausweitung, Textgenerierung und Seitenwechsel gebündelt und sofort. Sie sehen das Ergebnis erst im Bericht, also nachdem Budget ausgegeben wurde. Wenn ein generierter Text nicht passt oder eine Zielseite schlechter konvertiert, zahlen Sie dafür, bevor Sie es bemerken.
Mit Freigabe-Schritt sieht sich ein Mensch an, welche Suchanfragen, Texte und Zielseiten die Automatisierung inzwischen selbst gewählt hat, bevor das Budget erhöht wird. Der Freigabe-Schritt verhindert nicht, dass die Automatik arbeitet. Er stellt sicher, dass jemand hinsieht, bevor mehr Geld hineinfließt.
So beschreiben wir es auch für die Arbeit unserer Agenten: Auf unserer Webseite steht, dass kritische Aktionen Ihre Freigabe brauchen. Daniel analysiert Performance-Metriken, Reporting und Anomalien über alle Kanäle und zeigt, wo etwas nicht stimmt. Die Entscheidung, was daraus folgt, bleibt bei Ihnen.
Drei Einwände, die wir häufig hören
„Google weiß es besser als wir.“ Google kennt die Suchdaten, aber nicht Ihre Marge, Ihre Lieferfähigkeit und Ihre Markenregeln. Eine Zahl wie „14 % mehr Conversions“ sagt nichts darüber, ob diese Conversions für Ihr Unternehmen rentabel sind. Das ist keine Kritik, sondern der Grund, warum jemand mit Kenntnis Ihrer Zahlen hinsehen muss.
„Wir haben das nie eingeschaltet.“ Das kann stimmen. Die automatische Umstellung im September 2026 bedeutet, dass auch Konten betroffen sein können, in denen niemand bewusst zugestimmt hat. Gerade deshalb lohnt der Blick ins Konto.
„Dann schalten wir alles ab.“ Auch das ist eine Möglichkeit, aber nach der Quelle nur teilweise: Abschaltoptionen sind laut PPC Land nicht für jeden Baustein beschrieben. Sinnvoller ist meist, den Rahmen zu setzen und regelmäßig zu prüfen.
Was Sie diese Woche tun können
- Termin notieren: Wenn Sie Dynamic Search Ads nutzen, steht laut PPC Land die automatische Umstellung für Februar 2027 an. Prüfen Sie jetzt, ob und wie Sie darauf vorbereitet sind.
- Stichprobe ziehen: Öffnen Sie den Suchbegriffsbericht der letzten 30 Tage und lesen Sie 50 Zeilen. Sie brauchen kein Tool dafür, nur Aufmerksamkeit.
- Eine Freigabe-Regel festlegen: Schreiben Sie auf, wer vor einer Budgeterhöhung die automatisch gewählten Suchanfragen, Texte und Zielseiten sehen muss.
Einordnung: Automatik mit Rahmen
AI Max for Search bündelt drei Entscheidungen, die früher getrennt von Menschen getroffen wurden. Das kann Aufwand sparen und, nach Googles Angaben, bessere Ergebnisse bringen. Unabhängige Auswertungen zeigen aber auch deutlich schlechtere Zahlen, und keine der genannten Zahlen stammt aus einer kontrollierten Studie. Der verantwortungsvolle Umgang damit ist kein Ja oder Nein, sondern ein Rahmen: Sie wissen, welche Schalter aktiv sind, Sie prüfen regelmäßig, was die Automatik daraus macht, und ein Mensch sieht hin, bevor mehr Budget hineinfließt.
Das ist der Unterschied zwischen einem Agenten mit Grenzen und Freigabe-Schritt und einer Automatik, die einfach läuft. Die eine arbeitet für Sie, solange Sie sie kontrollieren. Die andere arbeitet, ob Sie hinsehen oder nicht.
Welche Schalter laufen in Ihrem Konto?
Wir besprechen mit Ihnen in 30 Minuten, welche Automatik in Ihrem Werbekonto Entscheidungen trifft und wo Ihre Freigabe sinnvoll ist. Kostenloses Strategiegespräch, ohne Verpflichtung.
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- PPC Land, Luís Rijo: „AI Max“, ppc.land/ai-max/, 25. Oktober 2026 (Primärquelle für Zeitplan, Kontrollen und unabhängige Auswertungen).
- Google, Brian Burdick: „Unlock next-level performance with AI Max for Search campaigns“, blog.google, 6. Mai 2025 (Funktionen, 14-%- und 27-%-Angabe).