Heute hat Anthropic etwas vorgestellt, das mich aufhorchen ließ — und gleichzeitig bestätigt hat, was wir bei Amazing Agents seit Monaten tun.
Die Rede ist von „Dynamic Workflows" in Claude Code. Das Prinzip: Statt einem einzelnen KI-Agenten, der eine Aufgabe allein abarbeitet, schreibt Claude zur Laufzeit ein Orchestrierungs-Skript und steuert damit Dutzende bis Hunderte parallele Subagenten in einer einzigen Session. Der Plan wird ausführbarer Code, nicht nur Konversation.
Was ist neu?
Claude entscheidet jetzt selbst, wann ein dynamischer Workflow sinnvoll ist. Es erstellt einen ausführbaren Plan, verteilt Arbeit auf spezialisierte Subagenten, überprüft Zwischenergebnisse und fasst alles zusammen — bevor irgendein Ergebnis bei dir ankommt. Fortschritt wird gespeichert: Unterbrochene Läufe setzen am Checkpoint fort, statt von vorn zu beginnen. Bei kritischen Aufgaben kann das System sogar unabhängige Lösungsversuche und gegenseitige Qualitätsprüfungen starten — eine eingebaute Verifikation gegen Fehler.
Anthropic nennt konkrete Use Cases:
- Codebase-weite Security-Audits: Hunderte Dateien parallel auf Schwachstellen scannen.
- Große Migrationen: Framework-Wechsel, API-Deprecations, sogar Sprach-Ports über Tausende Dateien hinweg.
- Adversarial Reviews: Zwei Agenten prüfen denselben Plan aus gegensätzlichen Perspektiven, bevor ein Commit passiert.
- Profiler-geführte Performance-Optimierung: Systematische Analyse ganzer Codebases auf Engpässe.
Die beeindruckendste Zahl: Jarred Sumner hat Dynamic Workflows genutzt, um Bun von Zig nach Rust zu portieren — 750.000 Zeilen Code, 99,8 % der bestehenden Tests bestanden, elf Tage von erstem Commit bis Merge. Was sonst Monate dauert, wurde ein Sprint.
Warum mich das als Agentur-Gründer interessiert
Genau dieses Muster — ein Orchestrator, der spezialisierte Agenten parallel steuert — ist das, was wir bei Amazing Agents seit Monaten für Kunden bauen. Nicht für Code, sondern für Geschäftsprozesse im Mittelstand.
Übersetzt in den Alltag unserer Kunden sieht das so aus:
- Security-Audit → Unterlagen-Check: Ein Agent prüft parallel Hunderte Dokumente auf Vollständigkeit und Compliance — statt ein Sachbearbeiter, der sich durch Ordner klickt.
- Migration → Multi-Quoten-Vergleich: Mehrere spezialisierte Agenten holen gleichzeitig Angebote ein, normalisieren die Daten und liefern eine Entscheidungsvorlage.
- Adversarial Review → Qualitäts-Check vor Versand: Bevor ein Angebot rausgeht, prüft ein zweiter Agent auf Fehler, Inkonsistenzen und fehlende Informationen.
Das, was Anthropic jetzt für Entwickler zeigt, ist für uns Mittelstands-Alltag: ein digitaler Mitarbeiter, der mehrere andere koordiniert.
Klarna macht es vor
Alessio Vallero, Senior Engineering Manager bei Klarna, über Dynamic Workflows:
„Dynamic workflows have been especially valuable for discovery and review tasks across large codebases. We've seen strong results using it to identify dead code and surface cleanup opportunities that traditional static analysis missed."
Wenn der größte schwedische FinTech in der Produktion auf parallele Agenten-Workflows setzt, ist das kein Experiment mehr — es ist Standard-Tooling im Enterprise. Der Beweis, dass die Technologie produktionsreif ist. Mittelstand braucht nicht dieselbe Infrastruktur. Mittelstand braucht die richtigen Agenten.
Was du wissen solltest
Dynamic Workflows ist aktuell ein Research Preview — verfügbar in Claude Code CLI, Desktop und der VS-Code-Extension für Max-, Team- und Enterprise-Pläne. Anthropic weist selbst darauf hin, dass die Workflows „substantially more tokens" verbrauchen als eine typische Session. Die Technologie ist da. Aber sie ist nicht trivial. Sie braucht die richtige Orchestrierung, die richtigen Spezialisten und jemanden, der beides zusammenbringt.
Genau das ist unser Job.
Du willst wissen, welche deiner Prozesse von parallelen Agenten-Teams profitieren würden? Lass uns sprechen.